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Sudenburg isst Kriege auf

18. Januar 2016

Neben der Meile der Demokratie auf dem Breiten Weg, gab es auch in diesem Jahr wieder Meilensteine in der gesamten Stadt verteilt. Auch in Sudenburg auf dem Ambrosius Platz waren wieder viele Besucher und engagierte Helfer. Der Meilenstein „Sudenburg isst Krieg auf“ wurde von der IG Sudenburg e.V., der GWA Sudenburg, der Ambrosiusgemeinde und dem Kulturzentrum Feuerwache veranstaltet. Mit mehreren Aktionen sollte den historischen Ereignissen Magdeburgs gedacht werden. Unter anderem wurden Kekse in Form von Panzern gebacken und an Passanten verschenkt. Auch eine kostenlose Führung durch den Stadtteil wurde angeboten. Die Tour führte vorbei an Stolpersteinen und anderen wichtigen Orten, wo der geschichtliche Hintergrund des Zweiten Weltkrieges beleuchtet wurde. Dabei wurde nicht nur die Geschichte der Stadt den Besuchern näher gebracht, sondern ebenso andere Kulturen. Eine Gruppe ursprünglich aus Indien Stammender Mitglieder der Ambrosiuskirche stellte ihre Küche vor. So konnten die Besucher orientalische Gewürze verkosten und sich der Kultur des Landes annähern.

Das Ziel hinter diesen vielfältigen Angeboten war es zu zeigen, dass Sudenburg gegen Rechts ist und tolerant gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen. Der Rundgang sollte den Menschen die tragische Geschichte vor Augen führen und an die schrecklichen Zeiten des Krieges erinnern. Aber das eigentlich Wichtigste für die Bevölkerung des Stadtteils war es, die Hauptstraße so zu blockieren, dass Nazis nicht dort lang marschieren konnten. Anlass war die Tradition der rechten Bewegung, den Tag für einen Trauer- und Gedenkmarsch zu missbrauchen und durch die Stadt zu demonstrieren. Die Sudenburger setzen den Meilenstein „Sudenburg isst Kriege auf“ als friedlichen Protest dagegen.

Der Name stammt übrigens aus einem bekannten Kinderlied von Herbert Grönemeyer „Kinder an die Macht“. So wurden auch Ideen des Liedtextes umgesetzt, indem die Panzer-Kekse verschenkt wurden und an die Gedanken des Interpreten erinnert.

 

Text: Christian Kühn

Grußworte der Demokratie

18. Januar 2016

reiner haseloff

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU): „Das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Hautfarbe, verschiedener Religion und mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen beginnt in den Kommunen. Es ist ermutigend, dass sich in Magdeburg eine breite Bürgergesellschaft dafür engagiert, damit dieses Zusammenleben gelingt. Es soll auch dann gelingen, wenn die Bevölkerung in unserer Stadt auf Grund ganz verschiedener Entwicklungen bunter und vielfältiger wird.“

 

 

 

 

 

 

Oberbürgermeister Lutz Trümper„Mit der achten Meile der Demokratie werden die Magdeburgerinnen und Magdeburger am Samstag auf ein Neues eindrucksvoll beweisen, dass sie für Toleranz und ein friedliches Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Weltanschauungen eintreten“, sagte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper (SPD).

 

 

 

 

 

 

Meile der Demokratie 16 (7 von 14)

Landtagspräsident Dieter Steinecke: „Schließen wir nicht die Augen davor, dass immer noch Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihres Aussehens und ihrer Meinung verfolgt und verletzt und getötet werden. So lange dies noch geschieht und Ewiggestrige Daten wie den 16. Januar für ihre kruden Ansichten missbrauchen, müssen die Bürger aufstehen und ein Zeichen für Toleranz setzen.“

 

 

 

 

 

 

Fotos: Sarah Peinelt

Schulen engagieren sich für Demokratie

16. Januar 2016

Auf der Meile der Demokratie waren dieses Jahr wieder viele Vereine, Unternehmen und Initiativen vertreten. So auch viele Jugendliche mit ihren Schulen. Auf der Schulmeile, einem kleinen Abschnitt gegenüber dem Hundertwasser-Haus, protestierten viele Einrichtungen friedlich mit ihren Ständen.

Nicht nur Lehranstalten aus Magdeburg waren vertreten: Das Berufscollege aus Aachen Herzogenrath zum Beispiel positionierte sich mit seiner Partnerschule ebenfalls auf dem Breiten Weg. Die Schüler haben im Vorfeld mit Flüchtlingen gesprochen und deren Erzählungen dokumentiert, um sie auf der Meile der Demokratie den Besuchern zu zeigen. Außerdem verteilten sie kleine Gastgeschenke wie Schokolade.

Das Siemens Gymnasium aus Magdeburg verkaufte Kuchen und anderes Gebäck an seinem Stand. Auch das Albert-Einstein-Gymnasium bot Kuchen an, aber Besucher konnten auch Büchsen-Werfen spielen oder sich einen schönen Button mit einem Spruch gegen Rechts selbst gestalten.

Das Gymnasium aus Gommern hingegen verschenkte Informationsbroschüren über Migration, die die Schüler vorher sorgfältig zusammen gestellt hatten. Außerdem gestalteten sie für ihr Schulhaus mehrere Kacheln mit dem Emblem von ,,Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.“.

Auch die Hochschulen beteiligten sich vielfältig auf der Veranstaltung. Die Otto-von-Guericke-Universität bot Spiele zum Thema Demokratie an. Auch zahlreiche Fachschaften und Studierenden-Initiativen waren bei der Meile vertreten.

Die eingenommenen Gelder werden von den meisten Schule gespendet, insbesondere für Flüchtlinge sollen die Einnahmen aufgewendet werden. So sammelt die Stadtbibliothek derzeit Gelder, um Bücher und andere Materialien für Flüchtlinge zu beschaffen, damit diese die deutsche Sprache schneller und leichter lernen.

Die Jugendlichen zeigten ihr Engagement in vielseitigen Formen. Mit kreativen Ideen bereicherten sie dieses Jahr die Meile der Demokratie und bereiteten vielen Menschen einen schönen Tag, trotz aller Kälte und dem Schnee.

Von Henrietta Byk

Flüchtlinge verstehen

16. Januar 2016

 

Auf der Meile der Demokratie hat der Verband Arbeit und Leben e.V. über die verschiedenen Flüchtlingsrouten informiert. In einem Planspiel konnten die Teilnehmer so die Gefahren der Reise erleben.

Die Flüchtlinge steigen in Libyen in ein Boot. Nach dem Ablegen fängt es an zu schaukeln. Die Teilnehmer des Planspiels müssen sich nun entscheiden, ob sie auf dem Boot bleiben oder ob sie abspringen und zum Ufer zurück schwimmen. Wenn sie ins Wasser springen, gelangen sie zurück nach Libyen, wenn sie auf dem Boot bleiben, schaffen sie es vielleicht über das Mittelmeer nach Europa.

Der Verband Arbeit und Leben e.V. engagiert sich vor allem in der Börde. Dort gibt sich für Flüchtlinge jeder Altersgruppe Deutschkurse. Denn für die Integration von Flüchtlingen ist die deutsche Sprache von großer Bedeutung. Auch die Wohnsituation von Asylbewerben ist für diesen Prozess entscheidend. Menschen, die glücklich sind, integrieren sich viel besser. Viele Ehrenamtliche helfen den Neuankömmlingen einen Einstieg in unsere Gesellschaft zu finden.

Um die Lebenssituation in den Herkunftsländern besser verstehen zu können, gibt es am Stand von Arbeit und Leben auch ein Puzzle. Beim Zusammenbastelns kommen die Besucher miteinander ins Gespräch. Auf diese Weise reflektieren sie noch einmal gemeinsam, wovor die Menschen fliehen und welchen Weg Flüchtlinge auf sich nehmen – in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Nicht vergessen sollten wir, dass die Geflüchteten auch viel Potenzial mitbringen – meinen die Macher bei Arbeit und Leben. Die jungen Menschen sind im Hinblick auf den demografischen Wandel eine Chance, die ankommenden Fachkräfte helfen der Wirtschaft. Sie können einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.

 

Von René Börs

Engagement außerhalb der Meile der Demokratie

16. Januar 2016

Viele Schulen präsentierten sich auf der Meile der Demokratie. politikorange-Reporterin Henrietta Byk wollte von den SchülerInnen und Lehrern wissen, wie ihr Engagement im Alltag aussieht.

Spontane Demonstration direkt vor der Haustür

16. Januar 2016

Eine sehr überraschende Möglichkeit über den heutigen Tag zu berichten, bot sich uns gegen 17 Uhr. Während wir noch an unseren Artikel und Interviews saßen, spiegelte sich Blaulicht auf unseren Bildschirmen. Wie sich herausstellte, handelte sich um eine Spontandemonstration der Gengendemonstranten, des am Neustädter Bahnhof beendeten Naziaufmarsches. Nach einer Auseinandersetzung am Bahnhof bewegten sich die Demonstranten in Richtung Innenstadt. Am Uniplatz wurde die Demonstration dann auf Höhe des Medientreff zone! Angehalten, um den weiteren Verlauf zu besprechen. Nach gut 10 Minuten bewegte sich der Zug über die Erzbergstraße in Richtung Hauptbahnhof weiter.

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Text: Robert Lampe, Fotos: Franz Papert

Gesundheit für Alle

16. Januar 2016

politikorange-Reporter Keywan Tonekaboni spricht mit MediNetz Magdeburg über deren Angebote und Engagement für eine bessere medizinische Versorgung für alle und stellt sich dem Quiz zur Lebenssituation von Geflüchteten.

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